Odo - Lebensgeschichte

Im September des Jahres des HERRN Anno 1196 erblickte ich das Licht der Welt, Odo - Sohn des Diethelm von Craien, auf Burg Craien im Hegau am Bodensee. Mein Großvater Heinrich von Craien, der in jungen Jahren an einer Pilgerfahrt ins Heilige Land teilgenommen hat, erbaute gerade mit seinem Bruder Hermann die Burg Craien. Da mein Vater zum Gefolge des Reichsfürsten Diethelm von Krenkingen, Abt des Klosters Reichenau, seinem Onkel gehörte, war er nicht oft auf der Burg Craien. Deshalb übernahm mein Grossvater meine Erziehung. Durch die Erzählungen meines Großvaters vom Kampf gegen die Ungläubigen und seinen Erlebnissen im heiligen Land war es mein innigster Wunsch nach dem Outremer zu ziehen und Jerusalem von den Heiden zu befreien. Im Jahr 1200 verstarb mein Grossvater. Der Truchsess Berthold I. von Craien (Sohn von Herrmann von Craien, Erbtruchsess des Klosters Reichenau), übernahm die Verwaltung der Burg und der dazu gehörenden Ländereien. Dieser führte fort was mein Grossvater begonnen hatte, meine Ausbildung, ich lernte Lesen und Schreiben auf der Klosterschule Reichenau, ebenso übte ich mich im Waffenhandwerk.
Im Frühjahr 1205 zog ich mit meinem Vater Diethelm nach Rom, um das Osterfest dort zu begehen. Bei der Ostermesse am 10. April trafen wir einen Ritter vom Tempel, er nannte sich Frater Siegfried des "Militia Templi Hierosolymitani", kennen. Dieser war mit einer Schwadron Templer auf dem Weg ins Heilige Land. Er soll von Papst Innozenz III. einige Urkunden (an König Aimerich und die Großmeister der Johanniter und Templer, zur Schlichtung des Streites zwischen Armenien und Antiochia) ins Heilige Land nach Antiochia und Akkon bringen. Der Tempelritter bot meinen Vater an, mich als Knappen aufzunehmen und entsprechend auszubilden. Mein Vater nahm das Angebot an und stellte mich in den Dienst dieses Ritters.
Nach einer stürmischen Seereise, nach der wir in Antiochia (hier erfuhren wir vom Tod des Königs Aimerich am 1.April) an Land gingen, zogen wir über Tortosa, Castel Blanc, Tortosa und Sidon durch das Heilige Land nach Akkon. Dort übergab mein Herr die Urkunden des Paptes an den Grossmeister Philipus de Plessis und wurde wieder nach Antiochia kommandiert, zur Beobachtung des Thronstreits. Die Jahre über diente ich meinen Herrn als Knappe und folgte ihm bei allen seinen Reisen (erneute Reise nach Rom im Mai 1209, Rückkehr im Juni, wieder mit Briefen des Paptes) und allen Kämpfen ( im Jahr 1214 die Belagerung der Assassinenburg Khawabi), die den Orden im Thronstreit von Antiochia und Armenien beschäftigten. Als Jahr 1216 die Burg Gaston (Baghras) nach langen Streit mit dem armenischen König wieder an den Orden zurückgegeben wurde, bekam ich nach einer Nacht in der Kapelle der Burg Gaston die Ehre der Schwertleite, wurde in den Stand eines Ritters erhoben und erhielt danach den weissen Umhang der Templer und wurde in den Orden "Militia Templi Hierosolymitani" aufgenommen.



Ich diente dann ca. ein Jahr auf der Burg Gaston und wurde als im Jahre des HERRN 1217 der Bau der Burg Atlit (Castel Pelerin) begann, nach Atlit beordert. Im Mai des Jahres 1218 wurde ich zur fünften Kreuzfahrt zum Kampf nach Damiette (Ägypten) abkommandiert, dort kämpfte ich knappe zwei Jahre um Burg und Stadt gegen die Muslime. Als im März des Jahres 1220 die Burg Atlit von el Mu'azzam angegriffen wurde, wurde eine grössere Anzahl von Templern, darunter auch ich, zur Verteidigung der Burg zurück beordert. Nach harten Kämpfen um die Festung, zog sich el Mu'azzam erfolglos zurück. Bis zum Jahr 1226 blieb ich auf der Burg Atlit, dann wurde ich in die heimatlichen Lande beordert, nach Schwaben in die Nähe meiner Heimatburg Craien, dann in die Nordmark zum Aufbau einer neuen Komthurey in der Nähe der Stadtneugründungen Berlin / Cölln an den Spreefurthen.




Druckbare Version
Seitenanfang nach oben