Geistliche Ritterorden auf der iberischen Halbinsel

Im Jahr 711 eroberten die Muslimen Mauren einen großen Teil des Westgotenreiches auf der iberischen Halbinsel und gründeten das Emirat von Cordoba. 929 endstand das Omajjadenkalifat von Cordoba, genannt "al-Andalus", welches Anfang um 1034 in ca. 30 kleinere autonome taifas (Herrschaften) zerfiel. Das christliche Spanien bestand um 1070 aus den Königreichen Kastilien-Leon, Navarra und Aragon, sowie aus der Grafschaft Barcelona. Die Zeit der großen Eroberungen der Reconquista beginnt 1085 mit der Eroberung von Toledo (25.5.) und endete 1492 mit der Einnahme der Stadt Granada durch den König von Kastilien Ferdinand und Isabella I.

Die Reconquista (die Rückeroberung der von den Muslimen seit 711 eroberten Gebiete) auf der iberischen Halbinsel war die große Aufgabe der geistlichen Ritterorden. Die Ritterorden die im Heiligen Land gegründet wurden, entstanden als gewappneter Arm des Christentums als milites Christi zum Schutz der Pilger nach Jerusalem und der Erhalt der Eroberungen im Heiligen Land. Die spanischen Orden wurden meistens von den spanischen Königen zur Eroberung und zum Schutz der eroberten Gebiete auf der iberischen Halbinsel gegründet. Diese unterstanden zwar auch dem Papst in Rom (wie den Ritterorden im Heiligen Land), aber dessen Einflussnahme war geringer als die der spanischen Könige. Zu den Gelübden der Armut, des Gehorsams und der Keuschheit kam das Gelöbnis zur Verteidigung des Christentums mit Waffengewalt dazu. Die Ritterorden identifizierten sich mit den Expansionsgedanken der Könige und agieren als gewappneter Arm der Monarchien, die im Gegenzug den Kreuzzugsgedanken in ihr politisches Programm aufnahmen.

Zuerst entstanden Ritterbruderschaften wie z.B. die Bruderschaft von Monreal del Campo und von Belchite (1122) die in Aragon durch den König Alfonso I. gegründet worden sind. Ab 1113 wirkte der Hospitaliter-Orden mit einem Hospital in Katalonien. Mit der Reise von Hugo de Payns 1128 nach Westeuropa begann auch der Templer-Orden auf der iberischen Halbinsel Niederlassungen zu gründen, ihm wurde am 19.03.1128 die Burg Souro von Königin Theresa von Portugal übertragen. In Aragon nahm der Templer-Orden die Burg Monreal del Campo in seinen Besitz, den Sitz der einige Jahre zuvor gegründeten Bruderschaft. Durch weitere Schenkungen konnte die erste Provinz des Templer-Ordens außerhalb des Heilgen Landes gebildet werden. Der Templer-Orden hatte somit drei Grenzburgen in seinen Besitz, Souro in Portugal, Granyena in Katalonien und Monreal del Campo in Aragon. Durch den Tod des Königs von Aragon Alfons I. dem Krieger im Jahr 1134, der laut Testament das "Grab des Herrn in Jerusalem und jene die es hüten und Gott dienen, das Hospital der Armen in Jerusalem und den Tempel Salomon mit den Rittern, die dort die Verteidigung der Christenheit sichern" zu seinen Erben und Nachfolgern machte, wurde der Templer-Orden immer stärker mit in die Reconquista eingebunden. Das Testament wurde nicht vollstreckt und die Orden dafür mit Land und Burgen entschädigt. In den Jahren 1140 trat dann auch der Hospitaiter-Orden in den Kampf der Reconquista mit ein, beide Orden wurden mehrere Burgen zur Verteidigung der eroberten Gebiete übertragen. Durch Fehlschläge bei der Verteidigung von Calatrava (Templer, 1157) und bei der Eroberung von Ucles (Hospitaliter, 1164) begann Kastilien mit der Gründung eigener Ritterorden.

folgende Orden wurden gegründet, hierbei spielte der Mönchsorden der Zisterzienser eine sehr wichtige Rolle
Kastilien - Calatrava
Leon - Alcantara
Portugal - Avis

Diese beiden letzteren Orden wurden aus nationalen Gefühlen gegründet, waren auf ihre Unabhängigkeit bedacht, dies versuchte das Papsttum schon im Jahr 1187 zu unterbinden. Durch die Bulle Papst Gregor VIII. wurden die Bruderschaften und Orden aufgefordert, sich dem bereits im Zisterzienserorden (Abtei Morimond) eingegliederten Calatrava-Orden, einzugliedern (was sie anscheinend auch taten), ansonsten würden sie nicht anerkannt werden und nicht die Exemtionsprivilegien (Befreiung von der bischöflichen Gerichtsbarkeit) bekommen. Nach 1212 wurde dies dann auch praktisch von den beiden Orden anerkannt, unter der Bedingung das ihre Unabhängigkeit nicht beeinträchtig wird. Das Visitationsrecht (Kontroll- und Gerichtsrecht) der Abtei Morimond, vergeben an den Meister des Calatrava-Orden wurde bis ins 14. und 15. Jhd. aufrechterhalten.


Calatrava
+ Militia calatrave ordinis cisterciensis - Orden y cavalleria de Calatrava
+ Zisterzienserregel
+ Kreuzform:
+ Umhang:

+ 1158 entstanden durch Raimund Serra, Abt des Zisterzienserklosters Fitero in Navarra und König Sancho III.

+ 1158-1161 - Calatrava war ein Zisterzienserkloster in dem Chormönche, Kontroversen nach der Zisterzienserregel und Ritter im Zisterzienserhabbit ein klösterliches Leben führten (die Ritter nach der Benediktinerregel (nach zisterziensischen Gewohnheiten), doch angepasst an militärische Lebensweise, aber doch als Familiaren)

+ 1161 - nach dem Tod von Raimund Serra, verlassen die Mönche Calatrava (Zerwürfnis über die Führung des Ordens)
Affiliation (Eingliederung) des Calatrava-Ordens in den Zisterzienserorden durch das Zisterziensergeneralkapitel (14.09.1161),
Aufnahme der Ritter als echte Brüder in den Orden, sie hatten aber keinen Zutritt zum Chor und Kapitel, erst ab 1222-1224 erhielten sie das Recht, nach den Mönchen, aber vor den Novizen, zu Chor und Kapitel, unter der Bedingung das Ordensgewand - Kapuze und das lange Chorgewand - zu tragen

+ 1164 - Bestätigung des Ordens von Calatrava durch Papst Alexander III. (Bulle vom 26.09.1164), stellte ihn unter päpstlichen Schutz und bestätigte seine Mission des Grenzschutzes gegen die Sarazenen

+ Nov. 1187 - Bestätigung der Besitzungen von Calatrava, durch Papst Gregor VIII., darunter El Perero (del Pereiro - siehe Alcantara) und Evora (siehe Avis)

+ 1195 - nach der Schlacht von Alarcoc, Verlust von Calatrava

+ 1195 - innere Krise, durch die Autonomie Bestrebungen der aragonesischen Brüder in Alcaniz, die ihren eigenen Meister bestimmen, die katalanischen Brüder eroberten daraufhin die Burg Salvatierra (Salvaterra) und machten sie zum Hauptsitz des Ordens, die aragonesischen Brüder fügten sich und die Einheit des Ordens wurde gewahrt

+ 1211 - die Burg Salvatierra (Salvaterra) fällt in die Hände der Almohaden

+ 1212 - Schlacht bei Las Navas del Tolosa,

+ 1213 - Eroberung der Burg Duenas durch den kastilischen König, Verleihung der Burg den Orden, Umbenennung der Burg in Calatrava la Nueva,

+ 1215 - Eingliederung der "Bruderschaft von Monfragua", einer Abspaltung des Ordens von Montjoie

+ 1217-1221 - die Burg Calatrava la Nueva wird zum Wehrkonvent und Hauptsitz des Ordens ausgebaut


Alcantara
+ Ordo militiae de Alcantara - Orden y cavalleria de Alcantara - Cavalleria de la Orden de Alcantara
+ Zisterzienserregel (Regular Benediktini)
+ Kreuz:
+ Umhang:

+ Jan. 1176 - Schenkung von Gütern durch König Fernando II. von Leon an die Bruderschaft San Julian del Pereiro und an Gomez dem ersten Begründer des besagten Hause (Pereiro, Ort in Leon, heute Portugal)

+ 29.12.1176 - stellt Papst Alexander III., "Gomez, Prior von San Julian del Pereiro" sowie die Brüder von San Julian und ihren Besitz unter päpstlichen Schutz, damit sind sie ein geistlicher Ritterorden

+ 04.04.1183 - Papst Lucius III. sichert "dem Meister und den Brüdern" die Befreiung von bischöflichen Gerichtsbarkeit zu und gibt ihnen die Verteidigung der Christenheit zur Aufgabe,

+ 1186 - Eingliederung in den Calatrava-Orden ???

+ 1188, 1194, 1195 - drei Schenkungsurkunden von König Alfons VIII. von Kastilien an Gomez den Meister von Trujillo (Namens ungereimtheiten zwischen San Julian und Trujillo)

+ 1190 - Eingliederung des "Ordens von Trujillo" in den Zisterzienserorden, ähnlich dem den Orden von Calatrava

+ 1195 - Verlust der Burg Trujillo, Wiederannahme des alten Namens "San Julian"

+ 16.97.1218 - Übernahme des befestigten Klosters "Alcantara" vom Calatrava-Orden - Übernahme des Namens Alcantara und Verlegung des Hauptsitzes dorthin


Avis
+ Fratresa de la milicia de Evora - Fratresa de la milicia de Avis
+ Zisterzienserregel (Regular Benediktini)
+ Kreuz:
+ Umhang:

+ 1167 - eine Urkunde erwähnt die Ritterbruderschaft in Evora (Portugal)

+ 1186 - Eingliederung in den Calatrava-Orden ???

+ 1211 - Einnahme der Burg Avis durch den König von Portugal mit Hilfe der Ritterbruderschaft von Evora

+ 1213 - Übernahme der Verteidigung der Burg durch die Ritterbruderschaft

+ 1223 - Umbenennung des Ordensnames in Avis



weitere Ordensgründungen

Santiago
+ Militia sancti Jacobi - Orden de la Cavalleria de Santiago de la Spada
+ Regel
+ Kreuz:
+ Umhang:

+ Eroberung der Burg Caceres durch König Fernando II. von Leon, Übertragung der Burg an die "Bruderschaft von Caceres" unter Pedro Fernandez

+ 1171 - Übereinkunft mit dem Erzbischof von Compostella, die Besitzungen von Compostella in der Nähe von Caceres zu verteidigen
die Bruderschaft durfte nun das Banner des "hl. Jakop vom Schwert" tragen und genossen den Schutz des Heiligen, (genannt "Jakop matamoros - der Maurentöter) auf den sich die Reconquista berief; Die Brüder nannten sich jetzt Ritter "des hl. Jakop vom Schwert" oder "von Santiago", der Erzbischof wurde Ehrenmitglied der Bruderschaft und der Großmeister des Ordens wurde Chorherr im Compostella

+ 1172 - Verlust der Burg Caceres

+ 1173 - Papst Alexander III. stellt den Orden unter seinen Schutz, erlaubte das Priester in den Orden aufgenommen werden konnten, erlaubte weiterhin das auch verheiratete Ritter vollgültige Mitglieder werden können

+ 1174 - Übernahme der Stadt Ucles von König Alfons VIII. von Kastilien, die die Hospitaliter nicht hatten halten können Ucles wurde der Hauptsitz des Ordens

+ 21.06.1280 - Niederlage des Kastilischen Heeres durch Granada

+ 1281 - Eingliederung des Ordens von santa Maria de Espana


Orden von santa Maria de Espana
+ Ordo miliciae sanctae Mariae Hispanie
+ Regel
+ Kreuz:
+ Umhang:
+ Wappen - Stern

+ 1272 - gegründet durch König Alfons X. in Cartagena für den Seekrieg

+ 1273 - Affiliation in den Zisterzienserorden, aber nicht an die Abtei Morimond, sondern an die Abtei Grandselves (in der Gascogne)

+ 1279 - Niederlage der kastilischen Flotte vor Algeciras - Umorientierung des Ordens auf den Landkrieg

+ 21.06.1280 - Niederlage des Kastilischen Heeres durch Granada

+ 1281 - Eingliederung des Ordens in den Santiago-Orden


Montjoie
+ Militia sanctae Mariae Montis Gaudi de Jerusalem
+ Zisterzienserregel (Regular Benediktini)
+ Kreuzform : ein zur Hälfte rotes und weißes Kreuz
+ Umhang :

+ gegr. in Aragon (Burg Alfambra) um 1174 durch Graf Rodrigo de Sarria, Affiliation in den Zisterzienserorden

+ ca. 1177 - erste Besitzungen auf dem Mons Gaudium (Freudenberg) bei Jerusalem (Namensgebung); der Berg "Mons Gaudium" oder "Mons Gaudii" ist jener Berg vor Jerusalem, von dem aus die Pilger Jerusalem erblicken

+ 1180 - Bestätigung durch Papst Alexander III., Erlaubnis zur Aufnahme von Söldnern, solange sie frei geboren worden sind

+ nach 1180 - keine Erwähnung mehr im Heiligen Land, verbriefte Aktivitäten nur in Spanien

+ 1188 - Tod des Ordensgründers Rodrigo de Sarria, Alfons II. verfügte den Zusammenschluss mit dem "Orden des hl. Erlösers" (Redemptoristen) von Teruel (Mission zur Befreiung christlicher Gefangener durch Austausch und Loskauf) um einen Zusammenschluss mit dem Templer-Orden zu verhindern

+ um 1188/89 - Absplitterung einiger Ritter in Kastilien und Gründung der "Bruderschaft von Monfragua", die zog den Unwillen des Papstes auf sich, 1215 Vereinigung mit dem Calatrava-Orden

+ 1196 - Übertragung der aragonesischen Besitzungen an den Templer-Orden

+ 1221- Übertragung der Besitzungen in Leon und Kastilien an den Calatrava-Orden


Orden von San Jordi
+ 1201 - Gründung von König Peter II. von Aragon, mit der Aufgabe zum Schutz des Küstenabschnittes südlich der Ebromündung, der so genannten Ödnis von Alfama, Schenkung des Ortes Alfama, zum Aufbau eines Hospitals, "welches das Haus des besagten Ordens sein wird, ein Ort des Gebetes und der Barmherzigkeit, zur Ehre Gottes und des hl. Georgs"; einer der Zeugen der Schenkungsurkunde war Raimund Gurbs, Meister der Templer in Katalonien

+ bis 1355 - ohne eigenen Meister

+ 1373 - Anerkennung des Papstes

+ 1400 - Vereinigung mit dem Montessa-Orden


Orden der hl. Maria von Montesa
+ Name
+ Zisterzienserregel (Regular Benediktini)
+ Kreuz: wie Calatrava
+ Umhang: wie Calatrava

+ 22.07.1319 - Gründung des Ordens, der Orden wurde dem Calatrava-Orden unterstellt

+ 1320 - die ehemaligen Besitztümer der Templer und Hospitaliter, sowie des Calatrava-Ordens wurden im Königreich Valencia dem Montesa-Orden übergeben,

+ Bildung von Kommenden im Königreich Valencia, unter dem eigentlichen Ordenszentrum San Mateo

+ 14.01.1400 - Eingliederung des "Ordens von San Jordi", durch Papst Benedikt XIII., dadurch kamen Besitztümer in Katalonien, auf Mallorca und Sardinien dazu


Orden der Ritterschaft Unseres Herrn Jesus Christus
+ Name
+ Zisterzienserregel (Regular Benediktini)
+ Kreuz:
+ Umhang:

+ 14.03.1319 - Bestätigung der Gründung durch Papst Johannes XXII. (Bulle "Ad ea ex quibus"), erhalt der ehemaligen Templer-Burgen Almourol und Tomar,
der Orden wurde dem Calatrava-Orden und der Aufsicht der portugiesischen Zisterzienserabtei Alcobaca unterstellt, Hauptsitz auf der ehemaligen Templerburg Catro Maxim

+ 14.05.1320 - Übergabe der ehemaligen Templerburgen an den Orden durch den portugiesischen König Dinis

+ 1321 - 1326 - Bildung von 41 Kommenden, Liegenschaften in 10 Städten, und Besitz von 43 Dörfern

+ 1357 - Verlegung des Hauptsitzes nach Tomar



Die Ritterorden rekrutierten sich aus dem Adel, besonders die Würdenträger kamen aus den mächtigen Familien des Hochadels, dementsprechend wurden sie zu einem Machtfaktor. Die Position des Meister eines Ordens war in der Politik eines Königs, ein Mittel der Kontrolle, aber auch eine Belohnung, umgekehrt in den Händes des Adels ein machtvolles Druckmittel. Das Beispiel des Templerordens, der Anfangs des 13. Jhd. vom Papst Clemens V. aufgelöst wurde, vor Augen, erwirkten die Könige der iberischen Halbinsel vom Papst die Erlaubnis, das die Würdenträger der Ritterorden, nicht nur der nationalen Orden, sondern auch des Hospitaliter-Ordens ihnen huldigen mussten. König Dinis von Portugal erzwang sogar von den Orden in seinem Königreich eine regelmässige Tributzahlung.

Im Laufe des 14.-16. Jhd. kamen alle Orden auf der Iberischen Halbinsel, unter direkter Kontrolle der jeweiligen Königshäuser, auch wurden sie immer stärker in die weltlichen Konflikte der Könighäuser mit hineingezogen, z.B. standen sich im Krieg zwischen Portugal und Kastilien (1383-1385) Ritter des Calarava-Ordens und des Santiago-Ordens auf beiden Seiten gegenüber, ebenfalls im kastilisch-navarresischen Konflikt von 1145.
Ab dem 15. Jhd. übernahmen die Orden durch die Erkundung der afrikanischen Küste auch neue Aufgaben. Der Papst wies dem Chritusorden eine Kreuzzugsmission zum Kampf gegen die Mauren und zur Verbreitung des christlichen Glaubens in Afrika zu. Unter Heinrich dem Seefahrer (Ordensmeister, 1420) eroberte der Christus-Orden Madeira (1420), die Azoren (1431). Vasco de Gama war Ritter des Santigao-Ordens und Komthur von Moriguelos, als er das Kap der Guten Hoffnung (1497-1498) umsegelte. Er starb als Vizekönig von Indien 1524 im Habbit des Christus-Orden, dem er 1507 nach einem Streit mit dem Ordensmeister des Santiago-Ordens in den Christus-Orden übertrat. Die Ritterorden spielten eine sehr große Rolle in den Eroberungen der potugiesischen Könige, 29 der 32 Vizekönige Indiens kamen aus den Reihen der Ritterordens, aber sie verloren in Laufe der Zeit immer mehr ihre Unabhängigkeit und wurden zu Werkzeugen der Monarchien.

In den Jahren 1485 - 1499 wurden alle kastlilischen Orden (Calatrava, Alcantara, Santiago) im Königreich Kastilien und Aragon durch die Krone übernommen. Diese richtete einen königlichen Rat der Ritterorden ein. 1523 übertrug Papst Hadrian VI. dem König von Spanien die Verwaltung der Orden, die in diesem Ordensrat versammelt waren.

Ähnliches geschah in Portugal erst 1551, als die Ritterorden vom Papst der Krone unterstellt wurden, zuvor wurden sie schon 1524 dem Zisterzienserorden entzogen.


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Quellen:
Die Ritter des Herrn, Geschichte der Geistlichen Ritterorden
Autor Alain Demurger, Verlag C.H.Beck, ISBN-3-406-50282-2

Ritterorden im Mittelalter
Autor Portela / Martînez,Verlag Theiss, 2006, ISBN-3-8062-1974-5

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